Willkommen bei der FuK in Marburg!

Falls ihr Informationen im Bachelor- oder Masterstudium der Friedens- und Konfliktforschung benötigt, Fragen zu fächerrelevanten Themen habt, nach aktuellen Verantstaltungen sucht oder euch aktiv und kreativ in unsere Fachschaft einbringen wollen, so seid ihr hier genau richtig!

Wir haben versucht, ein breites Angebot an Hilfethemen verfügbar zu machen, aber sollte mal was nicht dabei sein, dann meldet euch doch einfach direkt bei uns: Kontakt

 

Ihr überlegt euch, euren Bachelor/Master in Friedens- und Konfliktforschung zu machen?

Dann schaut mal auf unsere Info-Seiten oder bei den FAQs.

 

Aktuelle Projekte und Programme unserer Veranstaltungen findet ihr hier, vor allem die Kinoreihe

und die Konferenz von Unten

und wenn ihr auf Praktikasuche seid, ist auch dafür was dabei!

 

Nähere Infos zum Team und Fotos aus unseren Seminaren, Simulationen und von unseren Grillabenden findet ihr hier.

 

Viel Spaß beim Stöbern,

eure Fachschaft Friedens- und Konfliktforschung!


Aktuelles



Bock auf Wa(h)l? Wählt die FuK-schaft

Fachschaft FuK konstituiert sich mit der Legislatur 2016/17

Wer mehr über die Wahlen an der Uni wissen möchte, kann sich hier informieren:

 

FSK Wahlinformationen

 

Mehr Informationen zur Konstituierung der Fachschaft FuK zur Legislatur WS 2016-2017 erfahrt ihr bald via email. Haltet Ausschau danach.

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Aktuelle Termine

 

  • 31.5., 20h, Baari-Bar Trauma: "Soziale Bewegungen und Perspektiven für den Frieden in Kolumbien"

 

 

  • 1.6. 19h Weltladen Marburg, Benjamin Haas, Volontourismus Reisetrend zwischen Wohltätigkeit und Ausbeutung. postkoloniale Perspektive auf Freiwilligendienste

 

  • 3.6.,  9:30 – 17:45 Uhr, 9. Mobiler Studientag feministische Rechtswissenschaft: Hi(s)story - Herstory? Asyl- und Aufenthaltsrecht aus der Gender-Perspektive. mit den Juristinnen Juana Remus und Helene Heuser. Anmeldung noch offen.

 

  • 10.6 , medico international, Frankfurt, Haus am Dom, 10-17h, Europa: Ein Handlungsfeld für die mögliche andere Welt https://www.medico.de/symposium-2016-16413/

 

  • 10.6. Refugee Law Clinic, Giessen, Fachtag: Trauma-Screening und dann? 10SS18h, Studis freier Eintritt

 

  • 15.6. Dies academicus der Uni zu Geflüchteten, HSG, ganzer Tag, Programm folgt bald.

 

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Camp: "Krieg beginnt hier"

Krieg. Macht. Flucht. | 25. - 31.07.2016 | GÜZ


DAS FOLGENDE IST DIE SELBSTBESCHREIBUNG DES CAMPORGATEAMS. WIR ÜBERNEHMEN KEINE VERANTWORTUNG FÜR DIE INHALTE UND DEREN RICHTIGKEIT!
Mehr Informationen und Anmeldung unter:
http://www.war-starts-here.camp/

  • antimilitaristisch campen und handeln am GÜZ  |

Hunderttausende Menschen suchen Zuflucht in Europa vor Armut und Elend, vor Krieg und Folter. Niemand mehr kann hier die Augen verschließen vor den katastrophalen Folgen einer kapitalistischen Weltwirtschaft. Wir sind Teil davon. Anschläge auch in den hochentwickelten Industriestaaten machen deutlich: Die Schrecken, die der mächtige Norden in alle Welt exportiert, kehren jetzt – auch für uns spürbar – zu uns zurück. Die mühsam aufrecht erhaltene Fassade einer heilen Welt beginnt zu bröckeln.

 

Notwendig ist es, über die Rolle der westlichen Staaten beim Zustandekommen der Kriegshandlungen zu sprechen und Alternativen zu einer militärischen Eskalation zu entwickeln. Stattdessen werden Terroranschläge instrumentalisiert für neue Kriegstreiberei, den Abbau demokratischer Grundrechte und die Stärkung von rassistischer Politik und Abschottung.

Auch Deutschland beteiligt sich an der internationalen anti-IS-Allianz. Doch der ausgerufene „Krieg gegen den IS“ bereitet nur den Boden für noch mehr Terror, Tod und Leid. Noch mehr Menschen sind gezwungen, sich auf den mühevollen und gefährlichen Weg nach Europa machen, um zu überleben. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, Militarisierung, Krieg, Terror und Flucht zusammenzudenken und ihre Ursachen sichtbar zu machen.

Gemeinsam mit vielen wollen wir die scheinbare Normalität der kriegerischen Verhältnisse offenlegen, stören, blockieren: Spürbare Steine im Getriebe sein!

Wir rufen dazu auf, dem staatlich organisierten Töten und Zerstören mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Für globale soziale Rechte und ein gutes Leben für alle!

  • Kriegerische Verhältnisse

Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Armut und Hoffnungslosigkeit – schon seit langem. Auf ihrem Weg hierher sind Tausende im Mittelmeer ertrunken. Aber erst jetzt – mit den Bildern von Tausenden von Geflüchteten zu Fuß auf dem Weg nach Europa, von eilig hochgezogenen Stacheldrahtzäunen und überfüllten Notunterkünften – bekommen wir eine Ahnung davon, wie sehr die Welt bereits aus den Fugen geraten ist.

Anschläge wie in Paris machen die mörderische Realität auch für uns spürbar. Dabei sind sie für einen Großteil der Weltbevölkerung längst bittere Normalität, aber bisher nur eine Randnotiz wert. Auch die vielen Toten durch die zunehmenden Kriege der Industriestaaten werden – wie in Kundus – als Kollateralschaden abgetan. Jetzt aber, wo das organisierte Töten uns naherückt, beschließt die Bundesregierung, sich am „Krieg gegen den IS“ zu beteiligen.

Wir leben in kriegerischen Verhältnissen. Die globale Entfesselung des Kapitalismus hat die Welt erneut zu einem höchst unsicheren Ort gemacht. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geht es um eine neue Aufteilung der Welt, um den Zugang und die Aneignung der letzten Rohstoffe und Energieressourcen, um die Erschliessung neuer Märkte und billiger Produktionsbedingungen weltweit.

Mit politischer und wirtschaftlicher Macht, und immer mehr auch mit militärischen Mitteln, wird die „Versorgungssicherheit“ – und das heißt im Klartext: die unendliche Ausbeutung von Mensch und Natur und der Fluss der Warenströme, nicht aber: eine gute Versorgung der Menschen – weltweit sichergestellt.Es geht in Zeiten permanenter Krisen um die Aufrechterhaltung des herrschenden Weltwirtschafts­systems im Interesse derer, die davon am meisten profitieren.

Unverrückbar ergibt sich aus der inneren Logik des Kapitalismus ein Zwang zu Wachstum und Profit. Ökonomische Belange stehen in diesem Sinn immer über den Interessen von Betroffenen. Durch diese Wirtschaftsweise werden in zunehmendem Maße und weltweit die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen zerstört. Klimawandel, Armut und Migration: sie sind aufs Engste verwoben mit dem System, das „unserem Wohlstand“ zugrundeliegt.

Krisen und Kriege sind seine unausweichlichen Folgen. Das Leben in kriegerischen Verhältnissen treibt Leute in die Flucht. Und auch in die Arme von Extremisten – ein Teufelskreis.

  • Die Folgen von zerstörerischer Politik mit Krieg bekämpfen?

Gruppen der Zivilgesellschaft in Syrien fordern dringend benötigte Friedensverhandlungen Ihre Botschaft ist: Bleibt uns weg mit Euren Bomben. Wir haben genug davon! Sie wollen keine kriegerische Einmischung in den Konflikt, sondern halten eine politische Lösung der jahrelang ignorierten Tragödie in ihrem Land für nötig. Stattdessen beschließt die Bundesregierung innerhalb von wenigen Tagen, sich am „Krieg gegen den IS“ zu beteiligen. Als notwendige „friedensbringende“ Intervention wird Krieg zu einem „humanitären“ Einsatz verklärt.

Die Folgen der Politik der kapitalistischen Industriestaaten werden mit militärischer Abschottung und neuen Kriegen bekämpft – obwohl die Vergangenheit gezeigt hat, dass der Kampf gegen den „Terror“ nicht mit militärischen Mitteln gewonnen werden kann. Frieden und Freiheit lassen sich nicht herbeibomben.

  • Deutschlands neue Großmachtambitionen im globalen Machtpoker

Deutschland hat längst die bislang propagierte Politik der Zurückhaltung aufgegeben und entwickelt seine eigene Kriegsfähigkeit. Im Bündnis mit der NATO, aber auch als mächtiger Staat innerhalb der EU, arbeitet die BRD an ihrer eigenen Gestaltungsmacht. Die Bundeswehr – längst umgebaut von einer Verteidigungs- zu einer Interventionsarmee – ist bereits an einer ganzen Reihe von Kriegseinsätzen weltweit im Einsatz. Als Teil der neu eingesetzten Nato-Speerspitze (Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) wird sie eine zentrale Rolle in Nato-Kriegen spielen. Sie übernimmt „internationale Führungsverantwortung“, wie es Kriegsministerin  von der Leyen formuliert. In der globalen Konkurrenz mit anderen Großmächten und Schwellenländern sichert die Nato unter der Führung der USA ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen mit kriegerischen Mitteln ab.

Auch wenn die Bundesregierung nicht an allen Kriegen beteiligt ist oder ihre Kriege als friedensbringende Mission verklärt: Ganz praktisch verkauft Deutschland hemmungslos-aggressiv Waffen in alle Welt, auch in Spannungsgebiete. Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den wichtigsten Empfängern von deutschen Waffen. Deutschland ist der weltweit drittgrößte Waffenexporteur und die militärische Drehscheibe für die Aggressionskriege der NATO. Über den Militärstützpunkt Ramstein werden Transporte der US-Armee in Kriegsgebiete abgewickelt und der Einsatz von Killerdrohnen gelenkt, durch die weltweit bereits Tausende Menschen ermordet wurden. Deutschland führt und fördert Krieg.

 

  • Eine andere Welt ist möglich!

Die „Willkommenskultur“, mit der sich große Teile der Zivilbevölkerung für die Menschen auf ihrer Flucht und hier engagieren, setzt den rechten Brandstiftern ein wichtiges Signal entgegen: gegen Rassismus und Ausgrenzung! Weltweite Bewegungsfreiheit, wie wir sie für uns in Anspruch nehmen, muss auch für Menschen im globalen Süden gelten.

Die spontan entstandene Unterstützung lässt die Möglichkeit einer anderen Welt aufscheinen: einer Welt der Solidarität und des Miteinander. Wie kann es gelingen, dass daraus eine emanzipatorische Bewegung wird, die sich beharrlich einsetzt für universelle Menschenrechte und für eine soziale Infrastruktur, die allen Menschen ermöglicht, ein gutes Leben zu führen? An allen Orten der Welt!

Regierungspolitisch passiert das Gegenteil. Selbst die engagierte Öffentlichkeit hat dies nahezu nicht wahrgenommen: zeitgleich mit der breiten kollektiven Unterstützung geflohener Menschen durch die Bevölkerung hat die Politik in Windeseile eine heftige Beschneidung des Rechts auf Asyl durchgepeitscht und sogar ganz offen ausgesprochen, dass es als solche gemeint ist. Sie zeigt damit ihr wahres Gesicht hinter der von ihr so gelobten „Willkommenskultur“ und gießt damit Öl ins Feuer der Flüchtlingshetze von Pegida und anderen rassistischen Gruppierungen.

In dieser gesellschaftlichen Entwicklung finden wir es wichtig, deutliche Zeichen zu setzen gegen die kriegerischen Verhältnisse, die hinter Krieg, Terror, Flucht und Migration stehen; sie gemeinsam zu bekämpfen und uns stark zu machen für eine Welt, in der niemand mehr aufgrund von zerstörten Lebensgrundlagen und Krieg gezwungen wird, sein Zuhause zu verlassen. Für eine Welt ohne Grenzen, in der das Leben lebenswert ist – überall!

  • Krieg beginnt hier – unser Widerstand auch!

Wir wollen der kriegerischen Mobilmachung etwas entgegensetzen. Nicht nur in den Köpfen der Menschen, sondern auch ganz praktisch. Abrüstung ist Handarbeit. Wir können nicht auf die Politik vertrauen, sondern müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen. Antimilitaristisches Handeln ist nötig, allüberall und zu jeder Zeit. Wir haben uns einen Punkt herausgegriffen, der bereits in den letzen Jahren ein Kristallisationspunkt für antimilitaristische Aktionen war und auch weiter sein wird – auf Grund seiner Funktion für die Vorbereitung von kriegerischen Einsätzen und Häuserkämpfen.

Das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Altmark spielt als modernster Truppenübungsplatz Europas eine entscheidende Rolle für die Kriege der Natostaaten. Auf dem 230 qkm großen Militär-Gelände wird Krieg mit hochgerüsteter Technik und lasersimulierten Waffensystemen geübt und vorbereitet. Deutschen Soldat_innen bereiten sich hier auf Auslandseinsätze in unterschiedlichen Regionen vor. Der Betreiber „Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark“ vermietet das Gelände an die Bundeswehr und die Armeen anderer NATO-Mitgliedsstaaten, ist Dienstleister der gesamten Technik und Logistik und leistet die Vorarbeit für die militärischen Analysen. Hier wird Krieg geübt, ausprobiert, vorbereitet.

Auch Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate wurden im GÜZ mit der modernen Kriegsübungstechnik vertraut gemacht. Nach dem Vorbild des Truppenübungsplatzes in der Altmark bestellten die Emirate 2010 ein komplettes Gefechtsübungszentrum im Wert von 70 Millionen Euro bei Rheinmetall Defence. Eine kriegerische Logik: Destabilisierung und Kriege in Krisengebieten anheizen durch Waffenlieferungen und Ausbildung von „Kriegern“ – und dann die Folgen mit Kriegen bekämpfen!

Hier im GÜZ bündeln sich viele Facetten von Krieg und Militarisierung nach Außen und Innen. Auf der Baustelle der gigantischen Kriegsübungsstadt „Schnöggersburg“, die der Erprobung städtischer Aufstandsbekämpfung dienen soll, ist es in den letzten Jahren mächtig vorangegangen. Damit gewinnt die Einrichtung immer mehr an Bedeutung für die NATO und künftige Kriege. Mit dem Kriegs- und Abschiebe-Flughafen Leipzig schließt sich die Verbindung zu Krieg in aller Welt.

Wir wollen diesen zentralen Ort der Kriegsvorbereitung sichtbar machen und mit unseren unterschiedlichen Aktionen den „Normalbetrieb“ – die gut geschmierte Kriegsmaschinerie – stören und blockieren.

  • Werde Teil des Camps!

Seit mehreren Jahren hat das war-starts-here Camp-in Potzehne, in der Nähe des GÜZ, viele unterschiedliche Menschen zusammengebracht. Gemeinsam zu diskutieren und aktiv zu werden hat einiges bewirkt, sowohl bei den Teilnehmenden des Camps als auch in der Region. Und es hat Spaß gemacht.

So vielfältig die Strömungen in emanzipatorischen Bewegungen sind, so vielfältig sind auch die individuellen Sichtweisen auf Krieg und Militär. In Anbetracht dessen wollen wir die Gemeinsamkeit des Widerstands weiterentwickeln, den lange gewachsenen Widerstand vor Ort stärken und dabei unsere Unterschiede diskutieren und respektieren.

Bei diesem (inzwischen fünften!) Camp wollen wir unser Augenmerk auf die Ursachen und Folgen der kriegerischen Verhältnisse richten und ein wenig über unseren Tellerrand hinausschauen. Wir hoffen auf viele Menschen, denen das Thema Flucht und Migration ein Anliegen ist, die mit uns darüber diskutieren und auch praktisch eingreifen wollen. Das Camp wird ein Ort dafür sein. Wir wollen eine Diskussion auf Augenhöhe mit allen, die das Gleiche antreibt: die Abneigung gegen die zerstörerischen Verhältnisse weltweit.

Seit Oktober finden regelmäßig „antimilitaristische Ratschläge” statt – bundesweite öffentliche Treffen zur Vernetzung, zum Austausch und zur praktischen Vorbereitung des Camps 2016.

  • Werdet aktiv, bringt Euch ein in die Vorbereitung!
  • Wir sehen uns spätestens auf dem Camp!
  • Antimilitaristisch Campen!
  • Krieg beginnt hier – Unser Widerstand auch!
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Bericht Marburger Studierender zur AFK-Tagung 2016

Workshop zu Normativität und Wissenschaft

Debatten zur politischen Wirksamkeit der Friedens- und Konfliktforschung

Im Workshop „Normativität und Wissenschaft: Debatten zur politischen Wirksamkeit der Friedens- und Konfliktforschung“ wurde angeregt und kontrovers über den Einfluss und die Verantwortung von Wissenschaftler*innen der Friedens- und Konfliktforschung auf politische Debatten diskutiert. Den Großteil der Teilnehmer*innen bildeten Studierende aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.

 

Zunächst wurden in einem kurzen Input verschiedene Positionen von Wissenschaftler*innen zu der Frage vorgestellt, ob die Friedens- und Konfliktforschung eine Wissenschaft für den Frieden sein sollte – also Friedensförderung als ein explizites normatives Programm verfolgen sollte – oder demgegenüber eine Wissenschaft über den Frieden, in der die Analyse von Konflikten klar von einer normativen Grundausrichtung getrennt wird, um eine möglichst große Objektivität der Forschung zu sichern.

Die Teilnehmer*innen bildeten sich anschließend innerhalb eines „argumentativen Vierecks“, in dem sie sich zwischen vier verschiedenen Thesen positionieren konnten, ihre eigene Meinung und starteten eine Diskussion.

 

Die meisten Teilnehmer*innen verteidigten dabei die Ansicht, dass die Friedens- und Konfliktforschung einen normativen Anspruch als eine Wissenschaft für den Frieden vertreten sollte, während einige die grundsätzliche Annahme bestärkten, dass jegliche Form von gesellschaftswissenschaftlicher Analyse immer implizit einem normativen Programm folge. Demgegenüber unterstützten nur wenige Personen das Argument, Wissenschaftler*innen sollten von Fall zu Fall entscheiden, ob sie sich zu spezifischen politischen Fragestellungen äußerten. Nur sehr vereinzelt wurden Argumente laut, dass eine normative Ausrichtung der Forschung und die Einmischung in politische Debatten der Neutralität und Unabhängigkeit der Wissenschaftlichkeit schaden könnte.

 

Während also fast alle Beteiligten auf der abstrakten Ebene die Friedens- und Konfliktforschung als eine Wissenschaft mit normativer Ausrichtung verstanden, wurde die Diskussion in Anwendung auf ein Fallbeispiel kontroverser. Dazu wurde die Stellungnahme der Fachschaften der Friedens- und Konfliktforschung gegen einen überstürzten Einsatz der Bundeswehr in Syrien herangezogen.

 

Auch wenn die Stellungnahme grundsätzlich viel Unterstützung erfuhr, wurden auch einige Kritikpunkte deutlich und verschiedene Fragen aufgeworfen wie z.B.: Welches Recht haben Wissenschaftler*innen und Studierende, sich in einem bestimmten Gebiet als Expert*innen auszugeben? Wie kann darauf reagiert werden, wenn politisch rechte Think-tanks ihre Meinungen als vermeintliche „wissenschaftliche Expertise“ in politische Debatten einbringen? Wie kann der Prozess der Erstellung politischer Statements demokratischer gestaltet werden? Welche Wirksamkeit hatte das Statement der Fachschaften?

 

Auch in der abschließenden Fish-Bowl-Diskussion hielt sich jedoch zu großen Teilen der Konsens, dass Wissenschaftler*innen der Friedens- und Konfliktforschung „dem Frieden dienen“ sollten, u.a. in dem sie sich dafür einsetzen könnten, dass militärische Entscheidungen nicht ohne breite gesellschaftliche Debatten über ihre Legitimität durchgeführt würden oder auch dadurch, dass sie Ihre Erfahrungen und Forschungsergebnisse an aktuelle politische Debatten zurückbinden.

 

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Marburger Team auf der AFK-Tagung

Normativität im Fokus -- Effekt des Syrienstatements

Wie politisch darf die Friedens- und Konfliktforschung sein?

  • Sollten WissenschaftlerInnen Stellung beziehen, wenn es um tagespolitische Entscheidungen geht?
  • Ihre Expertise in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen, sich gar aktivistisch engagieren?
  • Dürfen Institute normativ geleitete Positionspapiere verfassen, wenn über Militäreinsätze, Friedensverhandlungen oder Wirtschaftssanktionen diskutiert wird?
  • Und wer entscheidet, welche Stellungen „die FuK" vertritt, wann Militäreinsätze zu verurteilen, welche Verhandlungen zu begrüßen sind?
    Oder bleibt ein wertneutraler Abstand zum Forschungsgegenstand wesentlich, um den klaren Blick auf Themen auch von Krieg und Frieden zu bewahren?
  • Droht die FuK durch Einmischung in tagespolitisches Geschehen ihre Stellung als neutrale Wissenschaft zugunsten einer politisierten Bewegung einzubüßen?

 

Diese und weitere Fragen sollen auf der 4. Konferenz junger Wissenschaftler_innen der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) im Workshop „Normativität: Debatten zur politischen Wirksamkeit der Friedens- und Konfliktforschung", diskutiert werden, der von VertreterInnen der Fachschaft Friedens- und Konfliktforschung Marburg geleitet wird.

Wir hoffen, die alte Debatte um Forschung für oder über den Frieden vor dem Hintergrund aktuellen Zeitgeschehens neu beleben zu können.

Der Workshop findet am Donnerstag, 3.03.2016 um 9 Uhr statt.

 

 

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mehr zur Tagung hier:

 

Das Programm gibt es hier zum Download

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Die AFK ist die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung und damit Ausdruck der Interessengestaltung der FuKlerInnen. Die Homepage und mehr Informationen hier.

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Filmreihe: Wir sind jung, wir sind stark

Die Fachschaft Friedens-und Konfliktforschung zeigt im Rahmen ihrer Kinoreihe „Krieg und Frieden“ am kommenden Donnerstag, den 11.02. um 20 Uhr den Spielfilm „Wir sind jung. Wir sind stark.“ des Regisseurs Burhan Qurbani.


Rostock-Lichtenhagen, 24. August 1992. Vor dem „Sonnenblumenhaus“, einer Plattenbausiedlung in der u.a. Asylbewerber_innen als auch ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen wohnen, wütet, wie auch schon in den letzten Tagen, ein Mob von Menschen. Doch diesmal eskaliert die Situation endgültig: das Haus wird von der Menschenmasse mit Molotow-Cocktails in Brand gesteckt. Die Polizei schaut weitestgehend tatenlos zu, die Löscharbeiten der Feuerwehr werden durch den Mob behindert. Nur durch großes Glück kommt niemand der Bewohner_innen des Sonnenblumenhauses um Leben. Der Regisseur Burhan Qurbani verarbeitet in seinem Spielfilm die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen 1992. Der Film begleitet eine Clique rechter Jugendlicher während der Ausschreitungen und zeigt ebenso das (Nicht-)Agieren der überforderten Lokalpolitik.

Für das anschließende Filmgespräch wird Dr. Reiner Becker (BeratungsNetzwerk Hessen) zu Gast sein. Wir wollen über Parallelen zu 1992 und „heute“ als auch über Rassismus in (der Mitte) der Gesellschaft diskutieren.

Der Film beginnt um 20 Uhr im Kino Capitol.

Wir freuen uns euch zu unserer letzten Filmvorführung in diesem Semester begrüßen zu dürfen!

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=-51WN8fHamM
Mehr Informationen: http://jungundstark.de/#site

Interview mit dem Regisseur:http://www.fr-online.de/pegida/interview-burhan-qurbani--politik-darf-sich-nicht-wegducken-,29337826,29640510.html

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Filmreihe: Burden of Peace

An diesem Donnerstag den 28.01.2016 zeigt die Fachschaft der Friedens- und Konfliktforschung im Zusammenspiel mit der Globale Mittelhessen, dem globalisierungskritischen Filmfestival, den Film "Burden of Peace".

 

Der Dokumentarfilm behandelt die Amtszeit von Claudia Paz y Paz, erster Generalstaatsanwältin in Guatemala von 2010 bis 2014. Das Filmteam hatte das große Privileg von Anfang an die Karriere von Claudia Paz y Paz filmisch einfangen zu dürfen und dadurch nah wie nie an den Ermittlungen, den politischen, sozialen, karrieretechnischen und anderen Möglichkeiten und Hindernissen im täglichen Amtsgeschäft dieser Staatsanwältin sein zu können.

 

Dabei gelang Paz y Paz bislang unerreichtes: sie schaffte es Straflosigkeit zum Thema zu machen und an deren Verringerung zu arbeiten, rollte Kriegsverbrechen und Völkermordsverbrechen auf, begann die Arbeit am Verfahren gegen den ehemaligen Präsidenten Guatemalas, Rios Montt, und wurde aufgrund politischer Differenzen zu den Regierungsparteien auch über dieses Engagement.aus ihrem Amt enhoben.

 

Dieses Porträt des Wirkens von Claudia Paz y Paz macht auf sehr individueller Ebene deutlich, wie schwierig, verwoben und wenig dankbar praktische Friedensarbeit - zumal in der Strafjustiz - doch auch sein kann. Diese und andere Schwierigkeiten und Dimensionen des Versöhnungsprozesses in Guatemala sollen denn auch zur Diskussion stehen.

Unser Gast für diesen Abend ist Katharina Ochsendorf, wir freuen uns auf eure rege Diskussionsbereitschaft.

 

Da der Film in Kooperation mit der Globale Mittelhessen gezeigt wird, ist diesmal Filmbeginn schon um 18:00h, wie immer im Capitol Kino. Vor dem eigentlichen Spielfilm wird der Kurzfilm Gli Immacolati gezeigt werden, der den Angriff auf Roma in einem Stadtteil von Turin im Jahr 2011 analysiert und hinterfragt.

 

mehr Informationen zu den Filmen:

Burden of Peace

Gli Immacolati

In Kooperation mit:

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Vortrag: Sex-Arbeit in Deutschland

Kriminalisierung der Prostitution im 19.Jhdt und heute

Das Gender-Zentrum lädt ein zur folgenden Veranstaltung:

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Filmreihe: The Act of Killing

TRIGGERWARNUNG:

 

***Achtung: Der Film enthält explizite und drastische Gewaltdarstellungen, auf die wir hiermit schon im Vorfeld der Filmvorführung hinweisen wollen. Selbstverständlich ist es auch während der Filmvorführung jederzeit möglich den Kinosaal zu verlassen.***

Die Fachschaft Friedens- und Konflikt-forschung zeigt im Rahmen ihrer Kinoreihe „Krieg und Frieden“ am kommenden Donnerstag, den 14.01., den Dokumentarfilm „The Act of Killing“ des us-amerikanischen Regisseurs Joshua Oppenheimer.

 

 

Im Zuge des Militärputsches in den 1960er Jahren in Indonesien wurden unzählige Menschen – meist vermeintliche Kommunist_innen - auf grausame Weise verschleppt, gefoltert und ermordet. Die Täter von damals wurden nie zur Rechenschaft gezogen, im Gegenteil: Viele von ihnen werden von der Bevölkerung Indonesiens auch heute noch als Helden verehrt.

 

Der Regisseur Joshua Oppenheimer bringt in „The Act of Killing“ einige der Täter dazu über das Morden zu sprechen und ihre Taten von damals durch Theaterinszenierungen nachzuspielen. Das Filmprojekt setzt damit eindrucksvoll einen Verarbeitungs- und Reflexionsprozess über die Ereignisse in Indonesien in Gang.

 

 

Für das anschließende Filmgespräch wird Prof. Malte Hagener (Institut für Medienwissenschaft, Marburg) zu Gast sein. Der Film wird im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt und beginnt um 20 Uhr im Kino Capitol.

Wir freuen uns darauf euch auch im neuen Jahr zu unserer Filmreihe begrüßen zu dürfen!

 

 

 

Trailer: https://vimeo.com/76605076

 

Mehr Informationen: http://www.theactofkilling.de/

 

Interview mit dem Regisseur:  https://www.washingtonpost.com/lifestyle/style/joshua-oppenheimer-talks-about-the-act-of-killing/2013/07/25/85de2176-f534-11e2-a2f1-a7acf9bd5d3a_story.html

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Filmreihe: Long Distance Love

Die Fachschaft Friedens-und Konfliktforschung zeigt im Rahmen ihrer Kinoreihe „Krieg und Frieden“ am kommenden Donnerstag, den 17.12., den Dokumentarfilm „Long Distance Love“ der schwedischen Regisseur_innen Magnus Gertten und Elin Jönsson.
 
Die preisgekrönte Dokumentation begleitet auf einfühlsame Weise Alisher und Dildora, welche versuchen sich im kirgisischen Osh eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Um Arbeit zu finden, Geld zu verdienen und so zu überleben verlässt Alisher seine Familie und reist nach Moskau - so wie Millionen andere. Das Regisseurteam hat das Paar von 2005 bis 2008 begleitet. Alisher auf der Suche nach Arbeit in Russland, Dildora zurückgelassen in Armut und Perspektivlosigkeit in Kirgisistan. 3500 km trennen die beiden. 3500 km, die die Kamera versucht zu überbrücken, um beide Geschichten zusammenzubringen. Das Resultat ist ein individuelles Porträt zweier sich Liebenden im täglichen Kampf ums Überleben. Doch so individuell das Porträt scheint, so eindringlich spiegelt es die Realität in Zentralasien dar. „Long Distance Love“ zeigt eine Liebesgeschichte mit ihren ganz eigenen Hürden und Problemen, ist dabei aber auch Zeuge von prekären Gesellschaftsstrukturen, Geschlechterkonstruktionen, Zwangsmigration und moderner Sklaverei.
 
Eingeladen ist Judith von Heusinger als Regionalexpertin für Zentral- und Südostasien. Der Film wird auf usbekisch mit deutschen Untertiteln gezeigt und startet um 20 Uhr wie gewohnt im Capitol. Wir freuen uns auf den Film und eine spannende Diskussion mit euch bevor wir uns in die Weihnachtsferien verabschieden und das neue Jahr mit weiteren großartigen Filmen begrüßen.

Trailer:

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